Lörracher Schulpläne sorgen für Zukunftsängste

FDP-Fraktion des Kreistags informiert sich in der Gewerbeschule Bad Säckingen über Folgen des Ringtausches im Nachbarkreis.

BAD SÄCKINGEN. Der geplante Ringtausch der gewerblichen Berufsschulen im Landkreis Lörrach schlägt im Nachbarkreis Waldshut hohe Wellen. Was die Standorte Lörrach, Rheinfelden, Schopfheim stärken soll, könnte eine Schwächung der Standorte Waldshut und Bad Säckingen nach sich ziehen. Mitglieder der FDP-Fraktion des Waldshuter Kreistags informieren sich bei Adalbert Hahn, dem Leiter der Gewerbeschule Bad Säckingen, über das Thema.

Der aktuelle Stand: Die Regionale Schulentwicklungsplanung – für die im Landratsamt Lörrach im Jahr 2013 eigens eine Stabstelle eingerichtet wurde – sieht unter anderem vor, den Fachbereich Metall und Industrie, der bislang in Lörrach und Schopfheim unterrichtet wurde, ab Herbst 2016 in Lörrach zusammenzufassen. Dafür sollen die frei werdenden Kapazitäten in Schopfheim für die Bündelung der Bereiche Sanitär, Heizung, Klima sowie Metallbau genutzt werden. Dadurch wechseln wiederum Schüler von Rheinfelden nach Schopfheim. Rheinfelden soll dann zum Kompetenzzentrum für baunahe Berufe ausgebaut werden.

Schulleiter Adalbert Hahn erläuterte Harald Ebi, Erhard Graunke und Klaus Denzinger von der Kreistagsfraktion der FDP die Probleme, die er durch den geplanten Ringtausch der Gewerbeschulen im Landkreis Lörrach sieht. Foto: Jörn Kerckhoff

Die Fraktionen des Kreistags Lörrach sprachen sich für den Ringwechsel aus. Durch die Zusammenlegung gleicher Bereiche von mehreren an nur einen Standort soll die Zukunft gesichert werden. Würden die kleinen Fachbereiche an den bisherigen Standorten verbleiben, stünden diese wegen zu wenigen Schülern eventuell vor dem Aus, so der Gedanke.

Für Adalbert Hahn ist die Variante, für die sich der Kreis Lörrach entschieden hat, zu kurz gedacht. Denn den rückläufigen Zahlen könne man noch viel besser entgegenwirken, wenn die Landkreise Lörrach und Waldshut sich gemeinsam als Hochrheinregion verstehen und nach gemeinsamen Lösungen suchen würden. Hahn meint, dass der Schülerrückgang auch den Kreis Lörrach noch hart treffen könne, auch wenn zunächst eine Lösung gefunden wäre. Das könnte dann für beide Landkreise die Schließung von Fachbereichen bedeuten. Schüler müssten dann bis nach nach Freiburg oder Lahr fahren. Schon jetzt würde sich für viele Schüler aus dem Kreis Waldshut durch den Ringwechsel die Fahrtzeit erheblich verlängern. Etwa 600 Schüler aus dem Kreis Waldshut besuchen derzeit Schulen im Nachbarkreis, so Hahn. Es sei für jene aus dem Bereich Sanitär, Heizung, Klima deutlich mühsamer, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem östlichen Landkreis Waldshut nach Schopfheim statt nach Rheinfelden zu kommen.

Auch Klaus Denzinger, Kreisrat der FDP in Waldshut bemängelt, dass der Landkreis Lörrach nicht nach gemeinsamen Lösungen mit den Nachbarn suche. Nicht nur in diesem Bereich schaue Lörrach zu sehr auf sich selbst, anstatt nach Lösungen, die die gesamte Region stärken könnten. Harald Ebi, Dachdeckermeister und ebenfalls Kreisrat der FDP in Waldshut, befürchtet sogar, dass dadurch dem Handwerk im östlichen Landkreis Ausbildungsplätze verloren gehen, weil sich potenzielle Auszubildende durch Fahrtzeiten von mehr als zwei Stunden für einen Weg lieber für einen anderen Beruf entscheiden. Denzinger prognostizierte, dass der Kreistag in Waldshut sein Veto gegen die Lörracher Pläne einlegen wird. Auch dort muss Lörrach nämlich sein Vorhaben absegnen lassen. Die endgültige Entscheidung läge dann beim Regierungspräsidium in Freiburg.

 

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