Maskenschau in Bad Säckingen öffnet pünktlich zum großen Narrentreffen

Ranzengarde-Wachhüsli von den Klassen der Schreiner und Maler an der Gewerbeschule Bad Säckingen gezimmert.

"Nach vielen Jahren der Finsternis, da eingepackt in schnöden Umzugskartons, dürfen die wunderschönen Fasnachtsmasken und weitere Exponate nun wieder erstrahlen": Endlich kann die Narrenzunft Bad Säckingen ihre Fasnachtsmaskenschau wieder der Öffentlichkeit präsentieren. Die Vernissage mit geladenen Gästen findet am Freitag, 15. Februar, ab 19.11 Uhr in der Villa Berberich in Bad Säckingen statt..

Was wäre besser geeignet als Rahmen für die Eröffnung der neu konzipierten Maskenschau, als das große Narrentreffen der Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) vom 15. bis 17. Februar in der Trompeterstadt. Und was wäre besser geeignet für die kleine, aber feine, Ausstellung, als die Räumlichkeiten im Kulturhaus der Stadt Bad Säckingen. "Das passt", sagt Gerhard Rohrer. Er ist der Ideengeber der neuen Maskenschau, die einst ihr Domizil im Hallwiler Hof an der alten Holzbrücke hatte. 1990 wurde die Ausstellung im Keller des Scheffelhauses eröffnet. Bis 2007 waren die Masken dort in regelmäßigen Abständen sonntags zu besichtigen. Aber die Räume des alten Hauses waren feucht. Die Exponate litten, die Masken und insbesondere die Felle fingen an zu modern. Und die Stadt Bad Säckingen wollte die Räume für sich nutzen. So wurden die Masken in Kartons verpackt und in den Räumen des Zunftarchivs im "Fautz-Haus" im Schlosspark eingelagert. Als die Stadt 2017 auch diese Räume anderweitig verwenden wollte und kündigte, war das für die Narrenzunft erst einmal eine Hiobsbotschaft. Aber mit dem Angebot der neuen Räume in der Villa Berberich keimte die Idee, die einstige Maskenschau wieder zu neuem Leben zu erwecken..

Narrenzunft-Archivar Gerhard Rohrer schmiedete die Pläne und der Zunftrat entschied: "Das machen wir!" Mit weiteren Ideengebern, Altzunftrat Günter Rünzi und Narrenrat Volker Friedrich, wurde der Aufbau vorangetrieben. Zwei Räume stehen der Narrenzunft im Dachgeschoss der Villa Berberich zur Verfügung. In einem Raum findet sich die Maskenschau, die 68 Exponate aus der schwäbisch-alemannischen Landschaft, aus Bayern, der Schweiz, aus Österreich und Italien zeigt. Zu sehen sind Masken aus verschiedenen Werkstoffen wie Ton, Karton, Gips, Blech, Gaze oder Draht. Sie sind unterteilt in Hexen- und Teufelsmasken, in Tuch- und Haubenmasken, in Tiermasken und Glattmasken, in historische Masken und Groteskmasken. Auch einige venezianische Exponate der Commedia Dell’Arte birgt die Maskenschau. Der Großteil der Masken stammt aus dem Fundus des Historikers Alfons Wiesinger. In seiner aktiven Zeit sammelte das Ehrenmitglied der Narrenzunft die Masken und spendete sie 1990 der Zunft.

Die älteste Maske der Sammlung ist die Pfeiffer’sche Maske aus dem Jahr 1703. Sie stammt aus den Händen des einheimischen Schreiners Johann Pfeiffer, der auch die Schnitzarbeiten am Gestühl des Fridolinsmünsters schnitzte. Einem örtlichen Original nachempfunden sind die Groteskmasken, etwa der Gaudi-Hans von St. Blasien. Die jüngste Masken-Gabe ist ein Laufenburger Narrone. Er ist ein Geschenk an die Bad Säckinger vom Landschaftsvertreter Hochrhein der VSAN, René Leuenberger senior..

Echte Hingucker sind neben den Masken die drei lebensgroßen Urmasken der Bad Säckinger Fasnacht, das Siechenmännle, der Römer und der Urmeisenhardt. Separat an einer Wand ist ferner die Ranzengarde zu sehen mit Wachmann und Wachhüsli, das die Klassen der Schreiner und Maler an der Gewerbeschule Bad Säckingen gezimmert haben. Auf fahrbaren Stellwänden finden sich zudem Bilder und Informationen über die Landschaft Hochrhein mit den vier Waldstädten und rund um die Bad Säckinger Fasnacht.

Für die Öffentlichkeit ist die Maskenschau am Samstag, 16. Februar, von 13 bis 16 Uhr zu sehen. Weitere Öffnungstage sind am 24. Februar und 3. März. Die künftigen Öffnungszeiten werden noch koordiniert. Der Eintritt ist frei.

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