Eine glänzende Budenstadt

Handwerklich hergestellte Produkte sind gerne begutachtet worden.

Der Stand der Gewerbeschule Bad Säckingen. Bild: GWSBS

BAD SÄCKINGEN. Zwischen Steinbrückstraße und Münsterplatz war am Wochenende zeitweise kein Durchkommen mehr. Zum liebgewonnenen Weihnachtsmarkt strömten die Besucher aus nah und fern. Wenngleich stürmischer Wind und insbesondere abends mitunter heftiger Regen doch für ein Abreißen des Besucherstroms sorgte. Vier Beschicker des Mittelaltermarkt reisten aufgrund der Böen und des Starkregens noch in der Nacht auf Sonntag vorzeitig ab.

Entlang der Budenmeile mit rund 100 Ständen war für Abwechslung gesorgt. Der dreitägige Weihnachtsmarkt lockte mit zahlreichen Höhepunkten. Ein Hauch von Käsegeruch lag eigentlich stets in der Luft. Gleich neben dem Hauptportal des Münsters rief ein heiß umlagerter Raclette-Stand fast ständig Heerscharen von Besuchern herbei. "Herzhaft gut, echt, aber des sollte eh nur im Freien gemacht werden", sagte eine treue Besucherin aus der Schweiz in aargauischem Dialekt. Zum Weihnachtsmarkt in der Trompeterstadt waren wieder viele Gäste von jenseits des Rheins gekommen. Insbesondere am Freitag- und am Samstagabend war die Innenstadt zum generationsübergreifenden Treffpunkt geworden. Schon am ersten Abend läuteten zahlreiche Arbeitskollegen miteinander das Wochenende ein. Und auch am Sonntag füllte sich die Budenstadt nach dem Kirchgang rasch wieder. So lange das Wetter stabil blieb, gab es ordentlichen Betrieb, aber ohne die drangvolle Enge der Vorjahre.

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Zum Weihnachtsmarkt gehört für viele Besucher auch der Glühwein. Mit reichlich variierenden Angeboten war nahezu jede Geschmacksvariation vertreten. Ein Renner war die abgewandelte Feuerzangenbowle auf der Steinbrückstraße; ein Stück Zucker in hochprozentigem Rum getränkt, über dem heißen aromatisierten Wein angezündet – das war etwas fürs Auge und den Gaumen. Lange Schlangen gab es mitunter auch an den Ständen der Obersäckinger Hexen, der Wallbacher Schnarchzapfen oder der Ranzengarde. Die Cliquen und Zünfte haben ihr Stammpublikum. Überhaupt beteiligen sich viele Vereine am Bad Säckinger Weihnachtsmarkt. Die überregionale Tauchgruppe, der Förderverein der freiwilligen Feuerwehr oder die KJG – alle hatten trotz wechselhaften Wetterverhältnissen einen guten Zuspruch.

Handwerklich hergestellte Produkte sind gerne begutachtet worden. Vom echten Dresdner Stollen wollten viel probieren und griffen danach auch ins Portemonnaie. Das rustikale frische Holzofenbrot animierte ebenso zum Kauf. Die Gewerbeschule bot selbst hergestellte Seifen an. Die bunte Mischung der Ideen auf dem Bad Säckinger Weihnachtsmarkt hat auch in diesem Jahr beim Publikum gezogen. Nebenbei ging Bürgermeister Alexander Guhl gemächlich als Losverkäufer durch die Reihen – in diesem Jahr für den Verein Step Uganda. Und das Rahmenprogramm auf der Bühne vom Münsterplatz bot Abwechslung: Jugendmusikschule, Chöre, Jodler und Alphornbläser oder der Posaunenchor der evangelischen Kirche luden zum Verweilen ein.

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