Im Dschungel der Möglichkeiten

von Inga Wörner

Berufsinformationstag bietet Orientierung: 70 Betriebe an drei Schulen mit Ausbildungswegen

vielfältige und breite Palette der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zeigen sich an den2026 sind viele Ständen in der Rudolf-Eberle-Schule, der Hauswirtschaftsschule und der Gewerbeschule.
Vor dem Rundgang (von links): Raphael Schopp, Erika Breiling, Landrat Martin Kistler, Marion Plate (Organisation BIT), Conrad Pahnke (Leitung Kreisschulen und Liegenschaften Landkreis Waldshut), Bürgermeister Alexander Guhl, Carsten Schnell, Simone Suffel (Regionalbeauftragte des RP Freiburg für die Beruflichen Schulen im Landkreis). Foto: Camilla Heinig

Die Veranstaltung wurde am Samstag punkt 9.30 Uhr offiziell eröffnet, da strömten bereits die ersten Interessenten, teils mit den Eltern im Schlepptau, an die Stände, um sich über Möglichkeiten für die berufliche Zukunft zu informieren – entweder zum Schnuppern mit einem Praktikum, mit Freiwilligendiensten oder den unterschiedlichsten Wegen der Aus- und Weiterbildung. Hier gab es beispielsweise die Ausbildungsvorbereitung, die einjährige Fachschulausbildung in verschiedenen Handwerksberufen, und die zweijährige Berufsfachschule der unterschiedlichsten Profile wie Hauswirtschaft, Gesundheit und Pflege, oder Ernährung. Ebenso gibt es das Sozialwissenschaftliche Gymnasium und das Duale Berufskolleg.

Erika Breiling, Leiterin der Kaufmännischen Schule, hob im Gespräch hervor, dass für die doch recht komplizierte Online-Anmeldung für die Schulen über das landeseinheitliche „BEWO“-System, in jedem Gebäude Fachkräfte zur Beratung über die Auswahl der Fach-Bereiche und zur Unterstützung bei der Online-Bewerbung zur Verfügung stünden. Bis zum 1. März sind übrigens Anmeldungen an den Schulen noch möglich.

Der Leiter der Hauswirtschaftsschule, Carsten Schnell, betonte, dass die über 70 Firmen und Behörden in allen drei Gebäuden mit deren Angebot gut durchmischt platziert seien, um das Interesse der Besuchenden hochzuhalten. So fand sich beispielsweise Wissenschaft neben Handwerk, und Mode-Einzelhandel neben Gesundheitsberufen wieder. Gemäß der Organisatorin des BIT, Marion Plate, konnten in diesem Jahr 76 Plätze mit Ausstellenden belegt werden.

Landrat Martin Kistler bedankte sich für den hervorragenden Einsatz aller drei Schulen und die Möglichkeit, den künftigen Arbeitnehmenden eine echte Perspektive zu bieten. Der alljährliche Erfolg gebe den Anstrengungen recht. Kistler: „Vor Jahrzehnten wuchs man noch in die Berufe der Eltern hinein, aber das hat sich grundlegend geändert.“ Mit dem BIT seien Bad Säckingen und Waldshut sehr erfolgreiche Leuchtturmprojekte, so Kistler weiter.

Viele Schülerinnen und Schüler seien ob dem überwältigenden Angebot der Berufszweige auf dem Arbeitsmarkt oft überfordert und stellen erst später während einer mehrjährigen Ausbildung fest, dass es nicht das richtige sei, so Breiling. Hier seien die einjährigen Schulformen eine sehr gute Orientierungsbasis, ohne dass Ausbildungen abgebrochen werden müssten. Zudem böten die drei Schulen während des BIT Einblick in sämtliche Räume und Werkstätten, so Breiling weiter, um auf diese Art „die Schule zu fühlen“ und möglicherweise festzustellen: „Da will ich hin“. Auch werde hier am praktischen Unterricht gezeigt: „Wie arbeite ich in einer Übungsfirma?“

Raphael Schopp, Leiter der Gewerblichen Schulen, gab zu bedenken, dass mit dem BIT auch die klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) des Handwerks gefördert würden. Oft fänden hier die Betriebe bereits die nächsten Auszubildenden und die Interessenten bekämen direkt vor Ort von Fachpersonen Antwort auf ihre Fragen.

Carsten Schnell lobte zudem das zur Verfügung gestellte Budget des Kreises für die Lehrmittelfreiheit für sämtliche Schülerinnen und Schüler der drei Einrichtungen. So gäbe es keine sozialen Unterschiede und jedem angenommenen Schüler stünde Bildung offen. Diese Zuschüsse ermöglichten auch den Ausbau auf dem digitalen Sektor mit den passenden Geräten, was heutzutage unabdingbar sei, so Schnell weiter.

Sehr wertvoll, so Marion Plate, sei die „Durchlässigkeit“ innerhalb der Schule. „Nach jedem Abschluss kann ein Anschluss gefunden werden“, so Plate. Das bedeutet, wenn beispielsweise ein einjähriger Abschluss erreicht sei, könne innerhalb der drei Schulen auf einen anderen, möglicherweise passenderen Bereich für die Lernenden gewechselt werden. Landrat Martin Kistler gab hierzu bekannt, dass der Kreistag weitere Sondermittel frei gebe und sich zu den Mitteln, die für die Schulen zur Verfügung gestellt werden, klar bekenne. Marion Plate wies noch darauf hin, dass auch Monate nach dem BIT-Termin die teilnehmenden Betriebe und Behörden auf der Website abgerufen werden können, um gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt Praktikumsplätze anzufragen. Dies sei ein wertvoller Hinweis für sämtliche Schüler der Region mit jeder Weiterbildung und jedem Berufsabschluss.

VON CAMILLA HEINIG

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