Für jeden Abschluss einen Anschluss

von Inga Wörner

Bildung Reinschnuppern und informieren: Schüler und deren Eltern haben beim Berufsschulinfotag in Bad Säckingen Einblicke in zahlreiche Berufsfelder und Schulformen erhalten. Der Andrang war groß.

Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an der Rudolf-Eberle-Schule, der Hauswirtschafts- und der Gewerbeschule am BIT 2026
Gelebten Anschauungsunterricht auf dem Campus

Als die Veranstaltung am vergangenen Samstag punkt 9.30 Uhr eröffnete, strömten bereits die ersten Interessenten, teils mit ihren Eltern im Schlepptau, an die Stände, um sich über Möglichkeiten für ihre berufliche Zukunft zu informieren. Entweder zum Reinschnuppern bei einem Praktikum, mit Freiwilligendiensten oder den unterschiedlichsten Wegen in der Aus- und Weiterbildung. Da gab es beispielsweise die Ausbildungsvorbereitung, eine einjährige Fachschulausbildung in verschiedenen Handwerksberufen und die zweijährige Berufsfachschule mit verschiedenen Profilen wie Hauswirtschaft, Gesundheit und Pflege oder Ernährung. Ebenso im Angebot: das Sozialwissenschaftliche Gymnasium und das Duale Berufskolleg.

Erika Breiling, Leiterin der Kaufmännischen Schule, betonte, dass für die recht komplizierte Online-Anmeldung für die Schulen über das landeseinheitliche „Bewo“-System, in jedem Gebäude Fachkräfte zur Beratung bei der Online-Bewerbung zur Verfügung stehen. Bis zum 1. März sind Anmeldungen an den Schulen noch möglich.

Der Leiter der Hauswirtschaftsschule, Carsten Schnell, hob hervor, dass die anwesenden Firmen und Behörden in allen drei Gebäuden mit deren Angeboten gut durchmischt platziert seien, um das Interesse der Besucher hochzuhalten. So fand sich beispielsweise Wissenschaft neben Handwerk und Einzelhandel neben Gesundheitsberufen.

Laut der Organisatorin des BIT, Marion Plate, konnten in diesem Jahr 76 Plätze mit Ausstellern belegt werden. Landrat Martin Kistler bedankte sich für den hervorragenden Einsatz aller drei Schulen und die Möglichkeit, den künftigen Arbeitnehmern eine echte Perspektive zu bieten. Der alljährliche Erfolg gebe den Anstrengungen recht. Im Rückblick sinnierte er: „Vor Jahrzehnten wuchs man noch in die Berufe der Eltern hinein, aber das hat sich grundlegend geändert.“ Mit dem BIT seien Bad Säckingen und Waldshut sehr erfolgreiche „Leuchtturmprojekte“, so Kistler weiter.

Viele Schülerinnen und Schüler seien ob dem überwältigenden Angebot der Berufszweige auf dem Arbeitsmarkt oft überfordert und würden erst während einer mehrjährigen Ausbildung feststellen, dass es nicht das Richtige ist, so Erika Breiling. Hierfür seien die einjährigen Schulformen eine gute Orientierungsbasis, ohne dass Ausbildungen abgebrochen werden müssten. Zudem bieten die drei Schulen während des BIT Einblick in sämtliche Räume und Werkstätten, so Breiling weiter, um auf diese Art „die Schule zu fühlen“ und möglicherweise festzustellen: „Da will ich hin“.

Raphael Schopp, Leiter der Gewerblichen Schulen, gab zu bedenken, dass mit dem BIT auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) des Handwerks gefördert würden. Oft fänden die Betriebe bereits die nächsten Auszubildenden und die Interessenten bekämen direkt vor Ort von Fachpersonen Antwort auf ihre Fragen.

Carsten Schnell lobte zudem das zur Verfügung gestellte Budget des Kreises für die Lehrmittelfreiheit für sämtliche Schülerinnen und Schüler der drei Einrichtungen. So gebe es keine sozialen Unterschiede, jedem angenommenen Schüler stehe Bildung offen. Diese Zuschüsse ermöglichten auch den Ausbau auf dem digitalen Sektor mit den passenden Geräten, was heutzutage unabdingbar sei, so Schnell weiter.

Sehr wertvoll, so Marion Plate, sei die „Durchlässigkeit“ innerhalb der Schule. „Nach jedem Abschluss kann ein Anschluss gefunden werden“, so Plate. Wenn etwa ein einjähriger Abschluss erreicht sei, könne innerhalb der drei Schulen auf einen anderen, möglicherweise passenderen Bereich gewechselt werden.

Landrat Martin Kistler gab hierzu bekannt, dass der Kreistag weitere Sondermittel freigeben will und dass er sich zu den Mitteln, die für die Schulen zur Verfügung gestellt werden, klar bekenne. Marion Plate fügte abschließend hinzu, dass die teilnehmenden Betriebe und Behörden auch Monate nach dem BIT-Termin auf der Website abgerufen werden können, um gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt Praktikumsplätze anzufragen.

Camilla Heinig/ Badische Zeitung

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