Einstieg in den Beruf erleichtern

Mit dem neuen Bildungsgang "AV" sollen Jugendliche mit Förderbedarf bei der Wahl ihres Ausbildungsberufs unterstützt werden.

Gewerbeschule Bad Säckingen (Bild: GWSBS)
Gewerbeschule Bad Säckingen (Bild: GWSBS)

Der Übergang von der Schule in das Berufsleben ist für junge Menschen von großer Bedeutung. Mit der Teilnahme am Arbeitsmarkt werden entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt. Schwierig kann der Übergang jedoch bei Jugendlichen in schwierigen Problemlagen und bei Förderbedarf sein. Um diesen Jugendlichen unter die Arme zu greifen, beschloss der Kreistagsausschuss für Verwaltung, Finanzen und Bildung die Einrichtung des neuen Bildungsprojektes.

Ausbildungsvorbereitung
Vorgestellt wurde das neue Projekt von Markus Siebold, Leiter des Amtes für Kreisschulen und Liegenschaften. Vor dem Hintergrund steigender Qualifikationsanforderungen am Arbeitsmarkt, so erklärte er, bilde ein berufsqualifizierender Abschluss eine wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Arbeitsleben. "Indem junge Menschen eine zielgerichtete berufliche Entscheidung treffen, die ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht, kann ein Grundstein zur Verhinderung beruflicher Misserfolge gelegt werden", so Markus Siebold. Zugleich könne ein gelungener Übergang von der Schule in den Beruf auch übergreifend zum sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft beitragen. Wenn frühzeitig die richtige Weichenstellung erfolge, könnten auch weitere "Warteschleifen" sowie die langfristige Abhängigkeit von staatlichen Leistungen verhindert werden. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des steigenden Fachkräftemangels stelle die Gewinnung von geeigneten Auszubildenden eine wachsende Herausforderung dar.

Übergangshilfen
Schon bisher gab es an den Gewerblichen Schulen Angebote, um einen reibungslosen Übergang von der Schule in den Beruf zu ermöglichen. Dazu zählten das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf (VAB), das Berufseinstiegsjahr (BEJ), die zweijährigen Berufsfachschulen (2BFS) und auch die einjährigen Berufsfachschulen (1BFS). Doch die Schulen hätten zunehmend festgestellt, so Markus Siebold, dass in den Bildungsgängen des Übergangsbereiches das gewählte Bildungsziel nicht immer den kognitiven Voraussetzungen oder der aktuellen Lebenssituation der Jugendlichen entsprochen habe und somit "Schleifen in der Bildungsbiografie" erzeugt wurden. Misserfolge in der Schule hätten dann oft fatale Auswirkungen für die weitere Entwicklung, Frust und Schulverweigerung seien die Folgen. Diese Erfahrung wurde auch von zwei Schulleitern bestätigt, Raphael Schopp (Gewerbeschule Bad Säckingen) und Frank Decker (Gewerbeschulen Waldshut). Auch sie hielten die Einrichtung eines speziellen Bildungsganges für wichtig. Schon zuvor gab es verschiedene Schulversuche und Bildungsgänge um den Übergang Schule/Beruf zu erleichtern.

Neues Angebot
Durch den neuen "Bildungsgang AV" sollen diese Einstiegshilfen und die Ausbildungsreife verbessert und ausgebaut werden. Auch die Lehrer bekämen damit mehr Zeit, auf den einzelnen Schüler einzugehen und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Die Erfahrungen an den bisherigen Versuchsschulen hätten gezeigt, dass der neu beschrittene Weg in der Anfangsphase zwar sehr arbeitsintensiv sei, dass es aber schon in relativ kurzer Zeit zu deutlich positiven Rückmeldungen seitens der Schüler und Lehrkräfte gekommen sei. Positive Veränderungen und Lernerfolge wurden aber auch schon beim BFPE-Konzept festgestellt, das aber zum Ende des Schuljahres ausläuft. Daher soll im neuen Schuljahr der neue Hoffnungsträger, der Ausbildungsgang AV, zum Zuge kommen. Auch die übrigen Kreisschulen möchten in ihren Übergangsbereichen den neuen Bildungsgang einführen.

Schulträger
Der Landkreis Waldshut ist Träger der Beruflichen Schulen in Waldshut und Bad Säckingen sowie aller sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit den Förderschwerpunkten Lernen, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Sprache und Schüler in längerer Krankenhausbehandlung mit mehr als 5600 Schülern. Das Aufgabenspektrum des Amtes für Kreisschulen und Liegenschaften reicht von der Beschaffung der Tafelkreide bis hin zum Schulhausbau. Einen weiteren Aufgabenschwerpunkt bildet die Verwaltung der Schulgebäude.

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