Beste Aussicht vom mobilen Holzturm

von Inga Wörner

Projekte, mit denen die Gemeinde zur Lebensqualität und Gemeinschaft im Sisslerfeld und im benachbarten Bad Säckingen beitragen wollen.
Ein Gemeinschaftswerk: Sie haben dazu beigetragen, dass die mobile Aussichtsplattform gebaut werden konnte. Andreas Glück von Kuratle und Jaecker, Jürgen Felber von der Firma Haering AG, Initiator Christoph Grenacher, Lernender Kai Lüdi, Rita und Lea Schwarb, Thomas Waldmeier von Raiffeisen Region Frick Mettauertal und Cassandra Buri von Naturenergie Foto: von Cornelia Thürlemann

Bad Säckingen/Stein Topfeben ist das Sisslerfeld. Südlich des Aussichtsturms verläuft die Kantonsstraße K294, die Stein mit Sisseln verbindet, ein Radweg, der Fricktalerhof und Industriebauten. Richtung Rhein wachsen eine Apfelplantage, ein Sojafeld und verschiedene Grünflächen. Die neue Aussichtsplattform steht am Rande eines Sojafeldes, also im Landwirtschaftsgebiet. Am Ende der Eichenallee, die vom DSM-Areal bis zum Rhein führt, befindet sich der Fünf-Gemeinden-Park. Dort wurden die bisherigen Sitzgelegenheiten durch hochwertige, moderne Bänke ersetzt. Schüler der Gewerbeschule Bad Säckingen haben sie gefertigt.

Station auf dem Rundwanderweg

„Wir haben die Aussichtsplattform hier platziert, damit die Leute auf dem Rundwanderweg direkt am Turm vorbeikommen und die stark befahrene Kantonsstraße nicht überqueren müssen“, erzählt Petra Schumacher, Mediensprecherin des Vereins Unser Sisslerfeld, den Initiatoren der Aussichtsplattform und weiterer Projekte, mit denen sie zur Lebensqualität und Gemeinschaft im Sisslerfeld und im benachbarten Bad Säckingen beitragen wollen. „Die Idee für die mobile Aussichtsplattform ist an einer Sitzung zum dritten Sisslerfeldtag entstanden“, berichtet Schumacher weiter.

Die mobile Aussichtsplattform steht nun bis zum 24. September am Ackerrand entlang der Kantonsstraße zwischen Sisseln und Stein. Im Frühling soll die Plattform an einem neuen Standort im Sisslerfeld aufgebaut und kann später bei Bedarf weiter umplatziert werden.

Das Projekt des mobilen Turms wurde vom früheren Eiker Gemeinderat Ingo Anders, der heute in Dänemark lebt, und Christoph Grenacher aus Ittenthal in Windeseile umgesetzt. Im Mai kontaktierte Grenacher Jürgen Felber, Geschäftsführer der Eiker Firma Häring AG mit dem Anliegen: „Wir möchten einen Turm bauen.“ Die Firma Häring und weitere regionale Unternehmen, darunter die Kuratle Group, Raiffeisenbank Frick-Mettauertal, Naturenergie, Ziegler und viele mehr sprachen ihre Unterstützung zu.

Jürgen Felber betraute zwei Lernende mit dem Projekt – Marvin Gut und Kai Lüdi. Die zwei Jugendlichen projektierten und entwickelten die Pläne für die Aussichtsplattform. In den vergangenen zwei Wochen wurde sie aufgebaut. „Wir arbeiteten meistens zu fünft“, berichtet Lüdi, Auszubildender im vierten Lehrjahr, sichtlich stolz auf das Werk. „Beim Recherchieren über Holztürme sind wir auf die römischen Wachttürme gestoßen. Da diese entlang des Rheins einst sehr präsent waren und somit einen starken Bezug zur Region haben, haben wir die Idee aufgenommen und verändert“, berichtet Gut. Aus dem quadratischen Holzdach wurde ein Dach mit drei Ecken. „Eine Dreieck-Konstruktion ist äußerst stabil, stabiler als ein Dach mit einer viereckigen Grundfläche“, erklärt Gut.

Der Turm selbst hat die Form einer runden Säule. Im Innern führt eine hölzerne Wendeltreppe auf die Plattform. Beim Hinaufsteigen duftet es nach frischem Tannenholz. Die Fassade ist lichtdurchlässig, ganz nach dem Gedicht von Christian Morgenstern, „ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschauen“. Von der rund sechs Meter hohen Plattform blickt man auf das Sisslerfeld. Die Firsthöhe beträgt rund elf Meter.

Die Autorin ist Redakteurin bei der „Aargauer Zeitung“. Dort ist der Beitrag auch zuerst erschienen.

Weitere Projekte

Am dritten Sisslerfeldtag, der am Samstag stattfand, wurden neben dem Aussichtsturm zwei weitere Projekte des Vereins Unser Sisslerfeld vorgestellt, so der Familientreffpunkt und der Fünf-Gemeinden-Park, eine Idee von Co-Präsident Alessio Porriciello und dem Eiker Gemeindeverwalter Marcel Notter. Der Treffpunkt im Freien besteht aus fünf Sitzbänken, symbolisch für die vier Gemeinden des Sisslerfelds sowie Bad Säckingen. Hier steht eine rote Box, die man digital öffnen kann, mit Spielen wie Federball oder Pétanque. Erst im Aufbau sind zudem die Projekte Bienentrail und Gemeinschaftsgarten Sisslerfeld. Der dritte Sisslerfeldtag fand auf Sissler Boden statt. In der Grossmatt wurden eine Festwirtschaft und ein attraktives Programm mit der Tanzschule Unicorn, Hüpfburg, einem Zirkus, Livemusik und Feuershow angeboten.

VON CORNELIA THÜRLEMANN Südkurier

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