Besoffen Auto fahren ist mehr als ein Kavaliertsdelikt

Adalbert Hahn, der Schulleiter der Gewerbeschule Bad Säckingen, und Rota-Yokogawa-Chef Andreas Dobratz unterzeichnen den Vertrag zur Bildungspartnerschaft. Im Hintergrund die beiden Fachlehrer Bernhard Baumgartner und Markus Ruhnau mit den Schülern Fabian Janke, Daniel Bürgin (Rota), Max Hofmann, Manuel Kaiser, Sascha Busam, Stefan Matt und Johannes Bächle (von links). Foto: Ralph Fautz

BAD SÄCKINGEN (sap). Dass Alkohol und Drogen im Straßenverkehr nichts zu suchen haben, weiß eigentlich jeder Führerscheinbesitzer. Dennoch überschätzen sich auch viele und setzen sich ans Steuer. Michaela Jehle und Thorsten Stauch von der Verkehrspolizei Waldshut-Tiengen haben die Gewerbeschule in Bad Säckingen besucht und die Schüler über die Folgen, Gefahren und Konsequenzen des Fahrens nach Alkohol- oder Drogenkonsum aufgeklärt.

Hintergrund der Veranstaltung ist die stetig steigende Zahl von Autounfällen, die von jungen Fahrern im Alter von 18 bis 25 Jahren verursacht werden. Die Schüler zeigten reges Interesse an der Informationsveranstaltung, stellten Fragen und diskutierten. "Von insgesamt 2974 Unfällen im Jahr 2010 wurden 505 von jungen Fahrern verursacht", erklärt Thorsten Stauch. Einige Schüler reagierten sofort und merkten an, dass folglich auch viele Unfälle durch wesentlich ältere Fahrer verursacht werden. Zum besseren Verständnis zeigten die Beamten einen Film, der keinen dramatischen Autounfall, sondern den Schmerz zeigt, wenn ein Mensch aus dem Leben gerissen wird. "Ab 0,3 Promille setzt der Tunnelblick ein und die Fehleinschätzungen nehmen zu. Schon ab 0,5 Promille verdoppelt sich das Unfallrisiko und ab 1,2 Promille ist das Risiko zehnmal so hoch", sagte Michaela Jehle. Ob ein Fahrer Alkohol getrunken hat, merken die Beamten relativ schnell, da es dann im Auto meistens schon nach Alkohol riecht. Ein Alkoholtest, bei dem der Fahrer in einen sogenannten Alkomat pusten muss, sorgt für erste Gewissheit. Verweigert der Fahrer den Test, muss er zur Blutentnahme. Die Blutentnahme kostet zwischen 100 und 150 Euro, die der Fahrer bezahlen muss. Bei einem Alkoholwert zwischen 0,5 Promille und 1,05 Promille folgen eine Geldstrafe von 500 Euro, vier Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot. Je nach Promillegehalt werden die Strafen saftiger und es kann zu einer Nachschulung bis hin zum völligen Führerscheinentzug kommen.

Deutlich langsamer als Alkohol wird im Körper Rauschgift abgebaut. Cannabis etwa wird bis zu vier Wochen oder je nach Konsum noch länger im Körper gespeichert. "Drogenkonsumenten erkennt man sehr gut an den Pupillen", erklärt Stauch. Je nachdem, welches Betäubungsmittel eingenommen wurde, reagieren die Pupillen bei Lichteinfall zeitverzögert oder gar nicht und sind geweitet. Zum Ende der Veranstaltung konnten die Schüler mit Hilfe einer Rauschbrille testen, wie sich Alkoholisierte fühlen und verhalten.


[Quelle: http://www.badische-zeitung.de/]

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