Berufsschulen Lörrach: Alleingang des Kreistags sorgt für Ärger

Der Kreistag beschloss eine Neuordnung im beruflichen Schulwesen. Das hat massive negative Auswirkungen für Azubis aus dem Kreis Waldshut und vielleicht auch für die Gewerbeschule Bad Säckingen.

Auszubildende im Sanitärbereich aus dem Landkreis Waldshut werden
künftig wesentlich längere Wege zur Berufsschule in Kauf
nehmen müssen, wenn die Vorstellungen des Lörracher Kreistags umgesetzt
werden. Bild: Zentralverband SHK

BAD SÄCKINGEN: Ist dies der Einstieg in den Ausstieg der Kooperation? Der Kreistag des Landkreises Lörrach hat im Herbst einen sogenannten Ringtausch an den Berufsschulen in Lörrach, Schopfheim und Rheinfelden beschlossen. Damit werden die Standorte der schulischen Ausbildung für Auszubildende in bestimmten Berufen geändert – mit massiven negativen Auswirkungen für Auszubildende aus dem Landkreis Waldshut. „Das ist für uns ein ganz klarer Vertrauensbruch, den wir uns so nicht bieten lassen werden“, sagt beispielsweise Kreishandwerksmeister Thomas Kaiser aus Waldshut.

Das Ende der Kooperation würde viele Nachteile bringen

Auch der Schulleiter der Gewerbeschule Bad Säckingen, Adalbert Hahn, sieht für die Zukunft negative Auswirkungen für seine Schule, wenn die bisher gut laufende Kooperation zwischen den Landkreisen Waldshut und Lörrach enden sollte: „Wir haben Überschneidungen der Berufsfelder beispielsweise mit Schopfheim bei den Malern. Bei weiter rückläufigen Schülerzahlen sind die Klassen vielleicht irgendwann so klein, dass sie entweder zusammengelegt werden müssen oder ganz weg vom Hochrhein kommen.“ Für die nähere Zukunft sieht Adalbert Hahn allerdings keine Probleme für seine Schule, zumal an dieser gute Arbeit geleistet wird. Raimund Kegel, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, betont dies ganz deutlich: Trotz eines leichten Rückgangs bei den Schülerzahlen in den Bereichen Bau, Maler und Friseur habe die Gewerbeschule Bad Säckingen einen hervorragenden Ruf. Das bestätigen auch immer wieder Firmenchefs, sagt Kegel.

Durch die Umstrukturierungen, die der Kreistag Lörrach beschlossen hat, sind vor allem Schüler aus dem Bereich Sanitär-Heizung-Klima (SHK) betroffen. Diese Schüler aus dem Landkreis Waldshut wurden bisher in Rheinfelden geschult und müssen nach dem „Ringtausch“ nach Schopfheim zum Unterricht. „Wir mussten dies aus der Zeitung erfahren, das ist ein klarer Vertrauensbruch“, sagt Kreishandwerksmeister Thomas Kaiser. Man habe eh schon Probleme, Nachwuchs zu finden, und nun wolle man jungen Leuten aus dem östlichen Landkreis zumuten, einen Fahrtweg von bis zu zweieinhalb Stunden nach Schopfheim zu haben. „Da sagt doch jeder: Den Beruf mache ich nicht“, ärgert sich Kaiser.

Nun muss das Regierungspräsidium den Lörracher Plänen zu den Umstrukturierungen noch zustimmen. Ideen für den Plan B sind bereits in der Schublade. Thomas Kaiser: „Wenn die Verlegung nach Schopfheim tatsächlich kommen sollte, werden wir in Waldshut eigene Klassen für SHK schaffen.“

Das Ganze ist auch Klaus Denzinger, Fraktionsvorsitzender der FDP im Waldshuter Kreistag, ein Dorn im Auge. „Wir erwarten, dass gerade im Berufsschulbereich Kreisgrenzen keine negativen Auswirkungen auf Schüler haben dürfen.“ Über die ganze Thematik soll der Kreistag informiert werden, fordert er in einem Schreiben an Landrat Martin Kistler. Gleichzeitig möchte Denzinger, dass „eine unmissverständliche Bestandsgarantie der Schule in Bad Säckingen“ gegeben wird.

[Quelle: www.suedkurier.de]

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